Beschreibung
Kiez-Humor aus Hamburg: Die Geschichte hinter Otto Waalkes' Leinwandbild „Auf dem Strich III"
Der Titel „Auf dem Strich“ ist ein typisch ostfriesisch-anarchisches Wortspiel von Otto Waalkes. Im Alltag beschreibt die Redewendung das Rotlicht-Milieu, doch Otto nimmt sie wörtlich: Seine unschuldigen Ottifanten arbeiten buchstäblich auf den Strichen, den grazilen Linien der Beine, und ziehen dort mit feinem Pinsel kunstvolle Striche. Aus Anzüglichkeit wird ehrliches Handwerk. Das „III“ im Titel zeigt Ottos Arbeitsethos: nicht ein Werk und fertig, sondern immer wieder neue Perspektiven auf ein beliebtes Motiv. Mehr über den Künstler lesen Sie auf unserer Otto Waalkes Porträtseite.
Seit 1968 lebt Otto Waalkes in Hamburg, zunächst in der legendären WG „Villa Kunterbunt“, später in Blankenese. Das schillernde St. Pauli, die Reeperbahn und der Kiez-Humor prägen seither seine Comedy und seine Malerei. „Auf dem Strich III“ aus dem Jahr 2018 ist eine vergnügliche, liebevolle Hommage an dieses Hamburger Nachtleben, in der Verführung und ostfriesischer Nonsens aufeinandertreffen. Die Ottifanten sind keine Voyeure, sondern fleißige Maler: Der eine seilt sich von der Schuhspitze ab, der andere malt von einer Holzleiter aus ein barockes Rankenornament auf die Strumpfhose.
Otto Waalkes studierte an der Hochschule für bildende Künste (HfbK) in Hamburg. Die anspruchsvolle Anatomie der Beine, die weiche Schattierung der Feinstrumpfhose und der spiegelnde Glanz des Lackleders beweisen: Otto ist kein bloßer Karikaturist, sondern ein klassisch geschulter Maler. Der warme, sepiafarbene Teeuntergrund simuliert seine charakteristische Lasur aus echtem Ostfriesentee und verleiht der Szene eine altmeisterliche Patina. So verbindet dieser Original-Pigmentdruck (Giclée) auf Leinwand Hamburger Kiez-Humor mit ostfriesischer Bodenständigkeit, und dass das Motiv seinen Weg ins Ruhrgebiet gefunden hat, freut uns im Kunsthaus Reuer ganz besonders.
Visuelle Deep-Analyse: Pin-up-Beine, Lack-Stilettos und barocke Akanthus-Ranken
Otto Waalkes lädt in „Auf dem Strich III“ jedes Element mit Bedeutung auf. Diese acht Details machen den Reiz des handsignierten Original-Pigmentdrucks für Kenner aus.
1. Die zwei Pin-up-Beine
Zwei überlange, hochelegante Damenbeine dominieren das gesamte Hochformat von der oberen bis zur unteren Kante. Sie stecken in feinen, schwarzen, halbtransparenten Feinstrumpfhosen, die ihnen eine weiche, plastisch modellierte Schattierung und anatomische Tiefe verleihen. Das linke Bein ragt fast senkrecht nach oben, das rechte kreuzt es angewinkelt knapp über Kniehöhe.
2. Die mörderischen Lack-Stilettos
Beide Füße tragen tiefschwarze, hochglänzende Lackleder-Pumps mit extrem dünnen Pfennigabsätzen und spitz zulaufender Zehenpartie. Harte weiße Lichtreflexe fangen den Glanz des Lacks perfekt ein, ein Beweis für Otto Waalkes‘ akademische Maltechnik.
3. Der abseilende Ottifant
In mittlerer Höhe schwebt ein grauer Ottifant und klammert sich mit den Beinen an das senkrechte Bein. Er hängt an einem hauchdünnen Faden, der von der oberen Schuhspitze herabführt, und tupft mit einem Pinsel im Rüssel kleine Farbtupfer auf die Strumpfhose. An einem Gurt um seinen Körper baumelt ein kleiner silberner Farbeimer.
4. Der Rankenmaler auf der Leiter
Unten links steht ein zweiter Ottifant mit dem Rücken zum Betrachter auf der obersten Stufe eines dreistufigen Holztritts. Mit weit aufgerissenen Kulleraugen blickt er nach oben und malt mit dunkelbrauner Farbe ein filigranes, barock anmutendes Blumen- und Rankenornament direkt auf die Strumpfhose des Oberschenkels. Neben ihm steht ein kleiner metallischer Farbeimer.
5. Das barocke Akanthus-Ornament
Das Blumen- und Rankendekor, das die Ottifanten auftragen, zitiert das klassische Akanthus-Ornament der Kunstgeschichte. Otto verbindet so hohe Dekorkunst mit dem schlichten Handwerk des Anstreichers, ein doppelbödiger Kunstwitz, der die akademische Bildung des Künstlers durchscheinen lässt.
6. Der Teeuntergrund
Der Hintergrund ist in einem warmen, homogenen Sepia- und Beigeton gehalten, der die Textur von stark aufgebrühtem Ostfriesentee simuliert. An den Rändern zeigen sich unregelmäßige, organisch verlaufene Trocknungsränder und Pigmentflecken, die der Fläche eine lebendige, altmeisterliche Patina geben.
Warum die vertikale Edition „Auf dem Strich III“ eine Rarität ist
„Auf dem Strich III“ ist Otto Waalkes‘ Kiez-Humor in Reinform: ein Bild, das auf mehreren Ebenen funktioniert, visuell reizvoll, humorvoll und mit einem cleveren sprachlichen Doppelsinn. Der Reiz liegt in der perfekten Balance zwischen Eleganz und Unschuld, denn die Ottifanten sind so konzentriert bei ihrer Arbeit, dass jede Anzüglichkeit sofort verfliegt. Otto Waalkes ist längst mehr als Komiker; sein Werk wurde in großen Retrospektiven gewürdigt, unter anderem im Buchheim Museum, was seine Editionen vom reinen Fanartikel zum ernst genommenen Sammlerobjekt verschiebt. Als eines der wenigen explizit vertikalen Motive der Serie und als streng limitierter Original-Pigmentdruck (Giclée) auf Leinwand, handsigniert von Otto Waalkes und weltweit auf nur 199 Exemplare begrenzt, verbindet dieses Hochformat akademische Maltechnik mit gesuchtem Raritätscharakter. Weitere Werke finden Sie in unserem Otto Waalkes Shop-Archiv. Kunsthaus Reuer, Brüsseler Str. 63, 45968 Gladbeck, Tel. 02043 21819, in**@*************er.de.
FAQ: Häufige Fragen zum Kauf der limitierten Otto-Waalkes-Edition „Auf dem Strich III“










